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Branche kompakt: Kenia ist...

Branche kompakt: Kenia ist ein Nischenmarkt für Medizintechnik

Nairobi (GTAI) - Das kenianische öffentliche Gesundheitswesen bleibt trotz deutlich verbesserter Versorgung mit US-amerikanischer Medizintechnik in einer Krise. Großer Profiteur ist der Privatsektor. Deutsche Technikverkäufer sind gut positioniert, das Marktpotenzial ist allerdings sehr überschaubar. Zwei Trends sind für deutsche Medizintechnikunternehmen interessant: Arabische Investoren geben Kapital, um Krankenhäuser zu modernisieren. Und es gibt die Möglichkeit von Leasingverträgen.

Marktchancen

STAAT SETZT AUF LEASINGGESCHÄFTE

Die wichtigste Neuigkeit im öffentlichen Sektor ist die Einführung von Leasinggeschäften. Die Zentralregierung hat beschlossenen, jeweils zwei Krankenhäuser in jedem County mit einem Minimum an Medizintechnik auszustatten. Dazu zählen Röntgen- und Dialysegeräte, Intensivstationen und Labore. Eigentlich sind die im Rahmen der Dezentralisierungspolitik geschaffenen 46 Landkreise dafür verantwortlich, aber es gab Vorwürfe, dass Gelder veruntreut wurden. Weil dem Staat das Kapital für den Einkauf von Medizintechnik fehlt, wurde ein Leasingvertrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren ausgeschrieben. Die wichtigste Bedingung sind umfassende Herstellergarantien.

Aus kenianischer Sicht wurde die Ausschreibung nur von der US-amerikanischen General Electric (GE) wirklich ernst genommen, die zur Unterstützung ihrer Offerte auch das Top-Management einflog, was dann wohl den Ausschlag für einen Exklusivvertrag für GE gab. Während nun zumindest jeder Landkreis über zwei Krankenhäuser mit moderner Technik verfügt, heißt dies leider noch lange nicht, dass die Geräte auch zum Einsatz kommen. Denn es fehlt an Platz, an der begleitenden Infrastruktur und ausgebildetem Personal.

Für andere Anbieter von Medizintechnik bleibt im öffentlichen Sektor damit nur die Nachfrage von nachrangigen Krankenhäusern. Deren Hauptproblem allerdings ist ihre mangelhafte Zahlungsfähigkeit. Nach monatelangem Ärzte- und Krankenschwesterstreik bleiben die Patienten weg und damit auch die Einnahmen.

PRIVATSEKTOR PROFITIERT VON ÖFFENTLICHEN UNZULÄNGLICHKEITEN

Weil viele Patienten im öffentlichen Sektor nicht behandelt werden können, bewilligt der staatliche Versicherungsträger National Hospital Insurance Fund (NHIF) auch Behandlungen bei privaten Krankenhäusern. Vereinfacht dargestellt heißt das, dass der Patient einen Gutschein bekommt und damit zu jeder privaten Klinik seiner Wahl gehen kann. Verlangt diese mehr Geld als der Gutschein hergibt, muss der Patient die Differenz aus eigener Tasche bezahlen. Für den Privatsektor ist dies ein Bombengeschäft, mit dem er bis zu drei Viertel seiner Einnahmen erwirtschaften kann, schätzen Marktkenner.

Der Privatsektor kann grob in zwei Gruppen unterschieden werden: Rein private Kliniken, denen es zu allererst um Gewinnmaximierung geht, sowie Gesundheitseinrichtungen, die Glaubensgemeinschaften nahestehen oder sich einer sozialen Verantwortung verpflichtet fühlen. Zu letzterer Gruppe zählen zum Beispiel auch die beiden führenden Kliniken Kenias, das Aga Khan Hospital und das Nairobi Hospital, die zwar beide wirtschaftlich geführt werden und einen Gewinn abwerfen, diesen aber wieder reinvestieren. Es sind dann auch diese beiden Einrichtungen, die sich modernste Medizintechnik leisten.

Die Leistungsfähigkeit von kenianischen Ärzten gilt im afrikanischen Kontext als hoch. Mal abgesehen vom Bereich der Neurochirurgie und einigen wenigen anderen schwierigen Operationen können in Kenia alle denkbaren medizinischen Leistungen erbracht werden - auch im staatlichen Sektor. Letzterer hat ein massives Kapazitätsproblem beziehungsweise extrem lange Wartezeiten, während der Privatsektor meist sehr hohe Preise verlangt.

Kontaktdaten

AHK Subsahara Afrika

Südafrika
Tel.: +27 (0)11 486 2775
www.germanchamber.co.za
Geschäftsführer: Matthias Boddenberg

Mosambik
Tel.: +258 2149 3260
Repräsentant: Dr. Friedrich Kaufmann
gefördert durch

Sambia
Tel.: +260 (0)211 372 687
Repräsentant: Johannes Kurt
gefördert durch

Angola
Tel: +244 - 946267525
www.angola.ahk.de
Delegierter: Ricardo Gerigk

Ghana
Tel: +233 302 631 681/2/
www.ghana.ahk.de
Delegierter: Maximilian Butek

Kenia
Tel: +254 20 66330-00
www.kenia.ahk.de
Delegierte: Maren Diale-Schellschmidt

Tansania
Tel: +255 754 309 150
Repräsentant: Dr. Jennifer Schwarz

Nigeria
Tel: +234 1 270 0746, 2700747
www.nigeria.ahk.de
Delegierter: Dr. Marc Lucassen

GTAI
Tel: +49 (0)228 24 993-288
www.gtai.de
Edith Mosebach