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Branche kompakt: Solarenergie...

Branche kompakt: Solarenergie spielt in Tansania noch keine große Rolle

Nairobi (GTAI) - Tansania kann bislang keine stabile Stromversorgung gewährleisten. Mit einem höchst ambitionierten Energieausbau soll das Land sehr schnell industrialisiert und in eine neue Liga gepuscht werden. Dabei setzt es vor allem auf seine Gas- und Kohlevorkommen. Viele Fragen aber bleiben. Solarenergie spielt in den tansanischen Plänen bislang nur eine marginale Rolle. Chancen für einschlägige deutsche Technik gibt es deshalb vornehmlich bei privaten und Geberprojekten.

Energiedaten und politische Ziele

GAS UND WASSER HABEN DEN GRÖSSTEN ANTEIL

Zahlen über die tansanischen Stromerzeugungskapazitäten differieren je nach Quelle. Der Energy Desk der AHK in Nairobi hat folgenden Stand per 31.12.16 recherchiert: Wasser 573 MW, Erdgas 604 MW, Schweröl/Diesel 173 MW, Solar 11 MW, Biomasse 70 MW sowie netzferne Kapazitäten (Wasser, Erdöl, Biomasse) 84 MW (zusammen: 1.515 MW). Hinzu kommen Importe aus Uganda, Sambia und Kenia von insgesamt durchschnittlich 14 MW. In Bezug auf Wasser, Erdgas und Diesel decken sich diese Zahlen weitgehend mit dem tansanischen "Power Systems Master Plan 2016 update", der für 2016 eine installierte Stromerzeugungskapazität von 1.343 MW angibt (rund 8% weniger als im Jahr zuvor). Der Plan listet aber nur ans öffentliche Stromnetz angeschlossene Erdgas- (604 MW), Wasser- (566 MW) und Dieselkraftwerke (173 MW). Die AHK-Angaben über erneuerbare Energien (EE) stammen von der International Renewable Energy Agency, die sich allerdings kaum überprüfen lassen. Nach Ansicht von Beobachtern erscheinen die Zahlen sehr hoch.

Die Spitzenlast im tansanischen Stromnetz dürfte 2016 eine Größenordnung von 1.350 bis 1.370 MW erreicht haben und der durchschnittliche Bedarf etwa 1.000 MW. Geplante und ungeplante Stromabschaltungen gehören seit Jahren zum tansanischen Alltag und behindern die Wirtschaft des Landes. Nach Zahlen der ländlichen Elektrifizierungsagentur hatten 2014 nur 18% der Bevölkerung Zugang zu Strom (45% in städtischen und 6% in ländlichen Gebieten).

Der staatliche Stromversorger, die Tanzania Electric Supply Company (Tanesco), ist hoch verschuldet und leidet unter den Folgen eines jahrzehntelangen Missmanagements. Grund dafür sind die staatlich vorgegebenen, nicht kostendeckenden Strompreise. Hinzu kommen hohe Stromübertragungsverluste und Stromdiebstähle. Unter dem Strich verkauft Tanesco seinen Strom weit unter den Kosten. Während die tansanische Stromregulierungsbehörde EWURA Preiserhöhungen für unvermeidbar hält, hat Staatspräsident John Magufuli diese verboten, um durch billigen Strom die Industrialisierung voranzubringen. Die Tanesco-Defizite will Magufuli durch Weltbank-Kredite überbrücken, wozu diese aber ohne eine deutliche Strompreiserhöhung kaum bereit sein wird. Wenn sich Tansania als Industriestandort empfehlen will, steht es in direkter Konkurrenz zu Äthiopien. Dessen durchschnittliche Stromgestehungskosten liegen bei nur 0,04 US$/kWh, während es in Tansania mehr als das Doppelte ist.

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Geschäftsführer: Matthias Boddenberg

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Tel.: +258 2149 3260
Repräsentant: Dr. Friedrich Kaufmann
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Repräsentant: Johannes Kurt
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Delegierter: Ricardo Gerigk

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Delegierter: Maximilian Butek

Kenia
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Edith Mosebach