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Branchencheck Äthiopien (Januar 2018)

Nairobi (GTAI) - Wie kein anderes Land in Ostafrika versteht es Äthiopien, seine Wirtschaft durch ambitionierte Pläne und Projekte nach vorne zu puschen. Eine verbesserte Stromversorgung, neue Straßen, Eisenbahnen und Industrieparks ermöglichen eine Industrialisierung. Die Landwirtschaft wird schrittweise kommerzialisiert, Bodenschätze werden verstärkt abgebaut. Obwohl die Bürokratie noch schreckt: Investoren kommen in Scharen. Deutsche Firmen sollten dem Land unbedingt mehr Beachtung schenken.

Maschinenbauindustrie: Aufbau einer eigenen Industrie nur eine Frage der Zeit

Die äthiopische Regierung möchte ihr Land mit Hilfe massiver Infrastrukturinvestitionen, insbesondere mit neuen Transportwegen, einer preiswerten Energieversorgung und neuen Industrieparks, in eine industrielle Liga emporheben. Der Anfang ist gemacht: Im Mai 2017 konnte die erste Motorenfabrik des Landes in Betrieb genommen werden, die einmal jährlich 20.000 Einheiten für den Betrieb von Wasserpumpen, Stromgeneratoren, Dreiradfahrzeugen, Einachstraktoren, Bussen, Lkw und Baumaschinen produzieren soll. Deutschland lieferte 2016 für 109 Millionen Euro Maschinen, Apparate und mechanische Geräte (WA84) nach Äthiopien, 85 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Chemieindustrie: Importsubstitution angestrebt

Mal abgesehen von einigen wenigen Betrieben, die einfache chemische Produkte herstellen, gibt es in Äthiopien noch keine nennenswerte chemische Industrie. Das Land ist aber auf dem Weg dahin und strebt vor allem eine Importsubstitution an. Bevorzugter Partner ist bislang die VR China. Aber auch europäische Unternehmen zeigen Interesse: So hat die schweizerische Sika AG kürzlich eine Produktionsstätte für Bauchemikalien eröffnet. Langfristig wünscht sich Äthiopien auch eine eigene Erdölraffinerie nebst Chemieindustrie. Im Jahr 2016 hat Äthiopien für 2,6 Milliarden US-Dollar (US$) Chemieprodukte (SITC-5) importiert - eine attraktive Nachfrage, die in vielen Bereichen eine Produktion vor Ort rechtfertigen könnte. Deutschland lieferte 2016 für 30 Millionen Euro chemische Erzeugnisse, gegenüber 2015 ein Plus von 27 Prozent.

Energiewirtschaft: Aufstieg zu Afrikas größtem Stromexporteur

Die äthiopische Energiewirtschaft ist eine der großen ökonomischen Standbeine des Landes. Mit immer neuen Mega-Kraftwerken möchte das Land zum führenden Stromexporteur Afrikas aufsteigen. Im Bau sind aktuell Kapazitäten von gut 9.000 Megawatt. Schon jetzt hat das Land mit 4.300 Megawatt die größte Wasserkraftwerkskapazität Afrikas. Aber auch bei Geothermie und Windkraft werden große Potenziale gesehen und erste Projekte konzipiert. An den notwendigen Überlandleitungen wird mit Hochdruck gearbeitet. Wenig Bewegung gibt es bei Abnahmeverträgen mit ausländischen Stromkunden - vom kleinen Dschibuti und Sudan einmal abgesehen. Vor allem Kenia und Tansania könnten von billigem äthiopischem Strom profitieren, hadern aber noch mit ihrem Nationalstolz.

Kontaktdaten

AHK Subsahara Afrika

Südafrika
Tel.: +27 (0)11 486 2775
www.germanchamber.co.za
Geschäftsführer: Matthias Boddenberg

Mosambik
Tel.: +258 2149 3260
Repräsentant: Dr. Friedrich Kaufmann
gefördert durch

Sambia
Tel.: +260 (0)211 372 687
Repräsentant: Johannes Kurt
gefördert durch

Angola
Tel: +244 - 946267525
www.angola.ahk.de
Delegierter: Ricardo Gerigk

Ghana
Tel: +233 302 631 681/2/
www.ghana.ahk.de
Delegierter: Maximilian Butek

Kenia
Tel: +254 20 66330-00
www.kenia.ahk.de
Delegierte: Maren Diale-Schellschmidt

Tansania
Tel: +255 754 309 150
Repräsentant: Dr. Jennifer Schwarz

Nigeria
Tel: +234 1 270 0746, 2700747
www.nigeria.ahk.de
Delegierter: Dr. Marc Lucassen

GTAI
Tel: +49 (0)228 24 993-288
www.gtai.de
Edith Mosebach