Zurück
  • Home
  • In Ghana kommt das Agrobusiness nicht von der...

In Ghana kommt das...

In Ghana kommt das Agrobusiness nicht von der Stelle

Accra (GTAI) - Gemessen an ihrem Potenzial ziehen die Landwirtschaft Ghanas sowie die Weiterverarbeitung lokal geernteter Erzeugnisse nur wenig Investitionen an. Eine Ausnahme stellt die Produktion von hochwertigem Obst und Gemüse am Stadtrand von Accra dar, die seit Jahren ausgebaut wird. Ebenfalls interessant ist die lokale Fertigung von Massennahrungsmitteln wie Bouillonwürfeln, Getränken oder Süßwaren, die vor allem aus importierten Vorprodukten zusammengesetzt sind.

Obwohl der Agrarsektor und die Verarbeitung von Nahrungsmitteln in Ghana aufgrund des Klimas und der Verfügbarkeit von Wasser über gute Möglichkeiten verfügt, bleiben die Aktivitäten gering. Zu den wenigen dynamischen Bereichen zählen der Anbau von qualitativ gutem Gemüse sowie die Produktion von Fleisch (vor allem Geflügel) für den Verkauf im Großraum Accra. Die etwa 3 Millionen Einwohner der Stadt mit ihrer wachsenden Mittelschicht fragen immer größere Mengen an hochwertigen frischen Nahrungsmitteln nach und gehen hierfür zunehmend in Supermärkte. Diese sprießen in Accra seit etwa 2005 wie Pilze aus dem Boden.

Mussten Supermärkte Gemüse vor Jahren noch zu horrenden Preisen importieren, so werden sie nun zunehmend von lokalen Produzenten, wie EdenTree, beliefert. Das Unternehmen baut selbst an oder bezieht bei Bauern vor Ort. Der Trend dürfte in den kommenden Jahren anhalten, da weitere Supermärkte ihre Pforten öffnen werden. Immer noch bestehen Engpässe, zum Beispiel bei Tomaten. Diese müssen zum Teil nach wie vor eingeführt werden und kosten dann ein Vielfaches.

Anbaufläche in Ghana schrumpft

Abgesehen von dieser Nische stagniert die ghanaische Landwirtschaft trotz zahlreicher Unterstützungsprogramme der Geber seit Jahren. Angaben der Ghana Investment Promotion Agency (GIPC) zufolge wurden 2016 circa 6,9 Millionen Hektar Land kultiviert, rund 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) nimmt ab - von etwa 25 Prozent 2011 auf nunmehr 19 Prozent. Einige internationale Investoren ziehen sich aus Ghana zurück, wie zum Beispiel der Maisproduzent Scan Farm.

Selbst dort, wo die Nachfrage deutlich steigt und gute Verkaufspreise zu erzielen wären, wie in der Geflügelverarbeitung, wird nur wenig investiert, weil die oft subventionierte Ware aus dem Ausland noch billiger ist. "Lokale ghanaische Produzenten können da nur schwer mithalten", meint Kojo Blankson Wilson, Director of Operations des privaten Schlachtbetriebs JFAMCO.

Mit dem neuen Präsidenten Nana Akufo-Addo, der Ende 2016 gewählt wurde, scheint immerhin ein Mann an der Spitze des Landes zu stehen, der die Landwirtschaft wieder mehr fördern will. Akufo-Addo führte Wahlkampf unter anderem mit dem Slogan "One Village - One Dam". Die Dämme sollen unter anderem landwirtschaftliche Flächen mit Wasser versorgen. Damit will die Regierung den Fokus wieder mehr auf Selbstversorgung statt teurer Nahrungsmittelimporte legen. Allerdings dürfte die Umsetzung dieses Vorhabens - wenn überhaupt realisierbar - Jahre dauern.

Kontaktdaten

AHK Subsahara Afrika

Südafrika
Tel.: +27 (0)11 486 2775
www.germanchamber.co.za
Geschäftsführer: Matthias Boddenberg

Mosambik
Tel.: +258 2149 3260
Repräsentant: Dr. Friedrich Kaufmann
gefördert durch

Sambia
Tel.: +260 (0)211 372 687
Repräsentant: Johannes Kurt
gefördert durch

Angola
Tel: +244 - 946267525
www.angola.ahk.de
Delegierter: Ricardo Gerigk

Ghana
Tel: +233 302 631 681/2/
www.ghana.ahk.de
Delegierter: Maximilian Butek

Kenia
Tel: +254 20 66330-00
www.kenia.ahk.de
Delegierte: Maren Diale-Schellschmidt

Nigeria
Tel: +234 1 270 0746, 2700747
www.nigeria.ahk.de
Delegierter: Dr. Marc Lucassen

GTAI
Tel: +49 (0)228 24 993-288
www.gtai.de
Edith Mosebach