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Infrastruktur ist das große Thema in Ostafrika

Nairobi (GTAI) - Fast alle Staaten Ostafrikas entwickeln immer ambitioniertere Infrastrukturpläne, mit denen sie ihre Volkswirtschaften zukunftsfähig und ihre Länder in neue ökonomische Ligen puschen wollen. Der Nachholbedarf ist gewaltig. Große Pläne sind allerdings das eine, die Finanzierungsfrage das andere. Als der große Heilsbringer wird die VR China gefeiert, die sich bislang das Gros der Projekte sichern konnte. Eine diesbezügliche Trendwende ist aber immerhin vorstellbar.

Der für die Zukunft Ostafrikas wichtigste Infrastrukturbereich ist die Stromversorgung, ohne die eine Industrialisierung und erhöhter Wohlstand nicht gelingen kann. Alle Länder Ostafrikas verfügen deshalb über ambitionierte Energiepläne. Eine umweltpolitische Überzeugung ist dabei nicht zu erkennen. Hauptsache es gibt Strom, und am besten aus Großkraftwerken. Äthiopien ist seinen Nachbarn weit voraus und kann schon bald mehrere Mega-Wasserkraftwerke ans Netz nehmen und ins Stromexportgeschäft einsteigen. Länder wie Kenia und Tansania haben derweil höchst ambitionierte Kraftwerkspläne auf der Basis von Kohle, Kernkraft (Kenia) und Erdgas (Tansania) vorgelegt, haben aber selbst nicht das Geld, diese zu finanzieren, und bislang auch keine Nachfrager, die all den Strom abnehmen könnten.

Wer finanziert, hat das Sagen

In der Praxis kommt es deshalb weniger darauf an, was Regierungen sagen, wünschen oder planen, sondern darauf, was Investoren und die internationale Gebergemeinschaft bereit sind zu finanzieren. Und hier geht der Trend seit einiger Zeit in Richtung Geothermie, Windkraft und Off-Grid-Lösungen. Damit sinkt der Einfluss von staatlichen Versorgern zugunsten von privaten - aus deutscher Sicht eine gute, wenngleich noch viel zu langsame Entwicklung. Eine andere spannende Frage ist die eines ostafrikanischen Stromverbunds. Äthiopien könnte schon bald konkurrenzlos billigen Strom exportieren. An einer 2.000-MW-Stromtrasse durch Kenia nach Tansania wird bereits gearbeitet, beide Länder aber zieren sich noch, Abnahmeverträge zu unterschreiben. Über die Gründe darf spekuliert werden.

Prestigeträchtiger als jedes Kraftwerk sind derweil neue Eisenbahnen: Äthiopien und Kenia haben neue Normalspureisenbahnen in Betrieb nehmen können. Erstere verbindet die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba mit Dschibuti an der Küste und die zweite die kenianische Hauptstadt Nairobi mit der Hafenstadt Mombasa. Finanziert, gebaut und betrieben werden die Bahnen von chinesischen Firmen. Schon bald sollen weitere Streckenabschnitte folgen. Alles entsteht in Rekordzeit, selbst die Streckenführung durch einen kenianischen Tierpark ist kein Problem, Genehmigungen und Verträge werden mitunter auch nachgereicht. Ob sich das alles einmal volkswirtschaftlich rechnet, ist eine andere Frage. Äthiopien hat dem Vernehmen nach gut verhandelt, Kenia nicht - zumindest nicht zum Wohle seiner Bevölkerung, die einmal die sehr hohen Kosten (für alte Technik) nebst kommerzieller Zinsen abstottern wird müssen. Dabei generieren die Bahnen im besten Fall gute Einnahmen in den lokalen Währungen, die Schulden aber müssen in US-Dollar bedient werden. In Äthiopien ist schon jetzt der Devisenmarkt leergefegt, während Kenia bislang seine Devisenschulden mit immer höheren ausländischen Kreditaufnahmen bedient - kein zukunftsfähiges Modell.

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Edith Mosebach