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Südafrika unter der Knute der Korruption

Ein Gespräch mit Matthias Boddenberg, dem Chef der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika. Über dieses Thema wurde in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 08.08.2017 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

Der südafrikanische Staatspräsident Jacob Zuma muss sich am frühen Nachmittag des 8. August einem Misstrauensvotum stellen. Nach Ansicht der Opposition soll er für die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes verantwortlich sein und sich im großen Stil der Korruption schuldig gemacht haben. SR 2 KulturRadio hat mit Matthias Boddenberg, dem Chef der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika, über die schwierige Lage am Kap und die Bedeutung Südafrikas für die deutsche Wirtschaft gesprochen.

"Wir werden in diesem Jahr 2017 wahrscheinlich wieder ein Rekordjahr in den deutsch-südafrikanischen Wirtschaftsbeziehungen haben." Matthias Boddenberg, der Chef der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika, blickt im Gespräch mit SR 2 KulturRadio trotz der schwierigen politischen Lage optimistisch auf das Land am Kap. "Wir sehen einen guten Trend bei den Exporten nach Südafrika, die sich in diesem Jahr, wenn man das hochrechnet, auf etwa zehn Milliarden Euro belaufen werden." Und das, obwohl Südafrika insgesamt seit Monaten unter einer schwächelnden Wirtschaft leide.

KORRUPTION AM KAP

Für die Rezession soll nach Ansicht der Opposition im Parlament vor allem Staatspräsident Zuma verantwortlich sein. Die Gegner des Präsidenten haben deshalb ein Misstrauensvotum durchgesetzt, über das das Parlament am frühen Nachmittag des 8. August zu entscheiden hat. All das geschieht vor dem Hintergrund massiver Korruptionsvorwürfe: Zuma soll seine Politik beispielsweise zu sehr an den Interessen der indischen Unternehmerfamilie Gupta ausgerichtet haben, mit der er selbst eine private Freundschaft unterhält.

BELASTETE GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN

Zurzeit laufen nach Angaben von Boddenberg 780 Verfahren gegen Präsident Zuma. "Korruption ist sicherlich ein schwerwiegendes Problem", bestätigte Boddenberg, "und in den letzten Jahren sicherlich schlimmer geworden." Allerdings sei die illegale Vorteilsnahme nicht nur ein Problem des Staatsoberhauptes, sondern ein "sehr negativer Trend", der in der gesamten privaten Geschäftswelt, bei allen öffentlichen Unternehmen und im öffentlichen Dienst Südafrikas zu beobachten sei. Dadurch würden die Geschäftsbeziehungen "sehr, sehr erschwert".

SCHWIERIGE AUFKLÄRUNG

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer habe deshalb einen "Ethik-Code" etabliert, der "jedes unseröse Verhalten unserer Unternehmen untersagt". Einige deutsche Unternehmen seien allerdings in den vergangenen Wochen "ins Gerede gekommen", räumte Boddenberg ein: Auch diese sollen zweifelhafte Beziehungen zur Unternehmerfamilie Gupta unterhalten oder unterhalten haben. Die Aufklärung der wechselseitigen Verflechtungen wird "noch einige Monate, wenn nicht Jahre" in Anspruch nehmen, so die Einschätzung Boddenbergs: "Das Problem dabei: Es ist mittlerweile ein System Gupta geworden, in dem öffentliche Amtsträger in den Dunstkreis der Familie Gupta gezogen wurden". Das mache die Aufklärungsarbeit "jetzt sehr, sehr schwer".

Kontaktdaten

AHK Subsahara Afrika

Südafrika
Tel.: +27 (0)11 486 2775
www.germanchamber.co.za
Geschäftsführer: Matthias Boddenberg

Mosambik
Tel.: +258 2149 3260
Repräsentant: Dr. Friedrich Kaufmann
gefördert durch

Sambia
Tel.: +260 (0)211 372 687
Repräsentant: Johannes Kurt
gefördert durch

Angola
Tel: +244 - 946267525
www.angola.ahk.de
Delegierter: Ricardo Gerigk

Ghana
Tel: +233 302 631 681/2/
www.ghana.ahk.de
Delegierter: Maximilian Butek

Kenia
Tel: +254 20 265 1907 / 8
www.kenia.ahk.de
Delegierte: Maren Diale-Schellschmidt

Nigeria
Tel: +234 1 270 0746, 2700747
www.nigeria.ahk.de
Delegierter: Dr. Marc Lucassen

GTAI
Tel: +49 (0)228 24 993-288
www.gtai.de
Edith Mosebach