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Wirtschaftsausblick - Äthiopien (Mai 2018)

Nairobi (GTAI) - Äthiopien hat einen neuen jungen Regierungschef, dem politische Reformen und eine weitere Belebung der Wirtschaft zugetraut werden. Schon jetzt ist Äthiopien eine der wenigen echten Investitionsdestinationen in Afrika und kann mit Industrieparks und billigem Strom punkten. Wie kein anderes ostafrikanisches Land holt Äthiopien zudem Menschen aus der Armut. Es gibt allerdings noch viel zu tun: Viel Bürokratie, staatliche Gängelung und zu wenig Devisen erschweren den Markteintritt.

Wirtschaftsentwicklung: Industrie und Dienstleistungssektor powern voran

Die Zeiten eines hohen, zweistelligen Wirtschaftswachstums sind in Äthiopien erst einmal vorbei. Zwar liegt die Zielmarke der Regierung weiterhin bei 11 Prozent, die Realität aber ist eine andere: Nach den Prognosen der britischen Economist Intelligence Unit (EIU) dürften im äthiopischen Wirtschaftsjahr 2017/18 (8. Juli bis 7. Juli) "nur" 7,6 Prozent erreicht werden und in den Folgejahren Zuwächse auf einer Bandbreite von 7,0 bis 7,9 Prozent. Ein Erfolg ist das dennoch: In Subsahara-Afrika dürfte im Schnitt nur die Hälfte dessen erreicht werden und in Ostafrika ist Äthiopien ohnehin der unangefochtene Spitzenreiter.

In den kommenden Jahren wird Äthiopien als Agrarexporteur vor allem von den international steigenden Nahrungsmittelpreisen profitieren. Eine Ausweitung des Straßennetzes und der Aufbau von Vermarktungsstrukturen machen zunehmende Ausfuhren möglich. Das Bemühen der äthiopischen Regierung, die traditionelle Subsistenzlandwirtschaft kommerziell auszurichten, zahlt sich bereits aus - ein wenngleich mühsamer und langsamer Prozess. Dynamischer ist da die Industrie, die von der besseren Stromversorgung und neuen Industrieparks profitieren kann, mit denen Äthiopien einmal der führende industrielle Hersteller Afrikas werden möchte.

Die EIU sagt für die äthiopische Industrie in den nächsten fünf Jahren reale Wachstumsraten auf einer Bandbreite von 7,8 bis 10,0 Prozent voraus. Es könnte sogar mehr sein, wenn nicht die ambitionierten Infrastrukturprojekte Äthiopiens nahezu jeden US-Dollar aufsaugen würden, der ins Land kommt. Für den Privatsektor bleibt so zu wenig übrig. Mindestens genauso gut wie die Industrie entwickelt sich auch der Dienstleistungssektor, der von der Nachfrage einer bislang fast gänzlich unterversorgten über 100-Millionen-Bevölkerung und einem prosperierenden Tourismus nutznießen kann.

So sehr Äthiopien mit seiner Wirtschaftspolitik glänzt, politisch bleibt das Land bislang ein rückständiger autoritärer Staat, dessen Regime es vornehmlich um die Sicherung seiner Hegemonie geht. Mit dem Amtsantritt des neuen, 42 Jahre jungen Premierministers Abiy Ahmed Anfang April 2018 gibt es aber zumindest einen Silberstreif am Horizont. Abiy hat Reformen angekündigt und will sogar Frieden mit dem verfeindeten Nachbarn Eritrea schließen. Die Erwartungen an ihn sind sehr hoch. Ob ihn allerdings der verkrustete Machtapparat der regierenden Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front wirklich machen lässt, bleibt noch abzuwarten.

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Edith Mosebach