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Wirtschaftsausblick August 2017 - Äthiopien

Nairobi (GTAI) - Die Zeiten eines zweistelligen Wachstums sind in Äthiopien erst einmal vorbei. Neuen Mega-Infrastrukturprojekten sind finanzielle Grenzen gesetzt. Das Land ist ökonomisch dennoch auf einem richtigen Weg - politisch leider noch nicht. Die neu geschaffenen Eisenbahnen, Kraftwerke und Industriezonen werden sich auszahlen. Wie kein anderes Land in Ostafrika holt Äthiopien zudem Menschen aus der extremen Armut heraus. Deutsche Unternehmen sollten Äthiopien eine größere Aufmerksamkeit schenken.

Wirtschaftsentwicklung: Dürre belastet, Industrie auf dem Vormarsch

Die äthiopische Regierung plant im Rahmen ihres Growth and Transformation Plan II für die Finanzjahre 2015/16 bis 2019/20 (8. Juli bis 7. Juli) ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von mehr als 11 Prozent. Solche Zahlen sind allerdings eher dem öffentlichen Selbstbewusstsein geschuldet als der Realität. Beobachter wie die britische Economist Intelligence Unit (EIU) gehen stattdessen von etwa 6 Prozent bis 7 Prozent aus. Die schwere Dürre von 2015 (die schlimmste in 30 Jahren) hielt Anfang 2017 in Teilen des Landes an.

Ein geringes Wachstum bei Äthiopiens Haupthandelspartnern sorgt derweil für unzureichende Devisenzuflüsse. Was eingenommen wird, schöpft die Regierung nahezu vollständig ab, um ihre ambitionierten Infrastrukturprojekte zu finanzieren. Für den Privatsektor bleibt so kaum etwas übrig. Mittel- bis langfristig sollte sich die Landwirtschaft aber wieder erholen und auch die internationalen Preise für die äthiopischen Agrarexporte anziehen. Der begonnene Ausbau der Straßen-, Strom- und Handelsnetze sollte derweil entscheidend dazu beitragen, die vorherrschende Subsistenzlandwirtschaft in eine kommerzielle Agrowirtschaft zu überführen. Dies alles braucht allerdings viel Zeit; landwirtschaftliche Wachstumsraten von mehr als durchschnittlich 4,5 Prozent sind in den nächsten Jahren kaum drin.

Anders die Industrie, die direkt von den massiven staatlichen Investitionen in die Energiewirtschaft, den Transportsektor und in die neuen Industrieparks profitieren kann. Äthiopien möchte sich als führender Niedrigtechnologie-Produzent in Afrika empfehlen und kann bereits bemerkenswerte Anfangserfolge vorweisen. So legte die Industrie im letzten Finanzjahr um schätzungsweise 7,7 Prozent zu, ein Tempo, das beibehalten werden sollte. Positiv entwickelt sich auch der Dienstleistungssektor, der von der Nachfrage einer bislang unterversorgten 100-Millionen-Bevölkerung und einem sich gut entwickelnden Tourismus nutznießen kann.

Es gibt aber auch negative Faktoren: Der Ausnahmezustand von Oktober 2016 bis August 2017 hat zu einem harten Durchgreifen der Regierung gegen Andersdenkende geführt, eine Politik, die so schnell nicht abebben wird. Während das autoritäre Regime in Addis Abeba seine Wirtschaft reformiert und auf einen zukunftsweisen Pfad geführt hat, wurden politische Reformen sträflich vernachlässigt. Die Beziehungen zur internationalen Gebergemeinschaft bleiben so belastet, werden aber kaum abbrechen, weil der Westen Äthiopien beim Kampf gegen Terroristengruppen braucht. Per Saldo kann Äthiopien sein großes Entwicklungspotenzial so noch nicht voll entfalten.

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Edith Mosebach