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Wirtschaftsausblick Januar 2018 - Äthiopien

Nairobi (GTAI) - Äthiopien zählt zu den fünf attraktivsten Investitionszielen in Afrika und hat den einstigen ostafrikanischen Wirtschaftsprimus Kenia an Dynamik weit hinter sich gelassen. Mit Hilfe moderner Industrieparks will das Land zur ersten Fertigungsadresse in Afrika aufsteigen. Die ersten Erfolge sind beeindruckend, wenngleich es auch Schattenseiten gibt: Die Bürokratie ist schwierig, der Devisenmarkt nahezu leergefegt und das politische Regime autoritär.

Wirtschaftsentwicklung: Industrielle Dynamik versus träge Landwirtschaft

Die letzten halbwegs verlässlichen Zahlen für das Wirtschaftsjahr 2016/17 (8. Juli bis 7. Juli) sprechen von einem realen Wachstum von 9,3 Prozent - und das trotz Trockenheit, Unruhen in verschiedenen Landesteilen, geringem Wachstum bei wichtigen Handelspartnern und geringem Appetit internationaler Investoren auf Schwellenländer. So gesehen ein großer Erfolg. Ob dieser sich fortsetzen kann, ist allerdings zweifelhaft. Realistischer sei eine Bandbreite von 6,5 Prozent bis 7,5 Prozent bis 2022, sagt die britische Economist Intelligence Unit (EIU). Aber auch solche Zahlen können sich im afrikanischen Kontext sehen lassen. Kein anderes Land in Ostafrika wird an diese Zahlen auch nur herankommen.

Wichtige Stütze der Wirtschaft ist die Landwirtschaft, die schrittweise von Strukturreformen profitieren kann. Mehr Straßen und eine bessere Stromversorgung sind der richtige Weg, um die immer noch dominierende Subsistenzlandwirtschaft in eine moderne Agrarwirtschaft zu überführen. Die weiterhin noch extrem niedrige Produktivität zeigt allerdings, welche Hürden noch genommen werden müssen. Der Transformationsprozess braucht viel Zeit. Mehr als 3 bis 5 Prozent Wachstum wird der Sektor in den nächsten Jahren kaum schaffen.

Dynamischer ist da die Industrie, die von der besseren Stromversorgung und neuen Industrieparks profitieren kann, mit denen Äthiopien einmal der führende industrielle Hersteller Afrikas werden möchte. Die EIU sagt für die äthiopische Industrie für 2018 bis 2022 reale Wachstumsraten auf einer Bandbreite von 7,8 Prozent bis 9,1 Prozent voraus. Es könnte sogar mehr sein, wenn nicht die ambitionierten Infrastrukturprojekte nahezu jeden Dollar aufsaugen würden, der ins Land kommt. Für den Privatsektor bleibt so zu wenig übrig. Grundsätzlich positiv entwickelt sich ansonsten auch der Dienstleistungssektor, der von der Nachfrage einer bislang unterversorgten 100-Millionen-Bevölkerung und einem prosperierenden Tourismus nutznießen kann.

So sehr Äthiopien mit seiner Wirtschaftspolitik glänzt, politisch bleibt das Land allerdings ein rückständiger autoritärer Staat, dessen Regime seine Hegemonie sichern will. Damit sind auch Spannungen mit der internationalen Gebergemeinschaft vorprogrammiert, die Äthiopien aber letztendlich im Kampf gegen den Terrorismus braucht und deshalb ihre Hilfe zähneknirschend aufrechterhalten wird. Wenn Äthiopien langfristig seine ambitionierten Ziele erreichen will, wird dem Regime wohl nichts anderes übrigbleiben, als auch Andersdenkende zu integrieren und zu tolerieren.

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Delegierter: Dr. Marc Lucassen

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Edith Mosebach