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Wirtschaftsausblick - Kenia (Juni 2018)

Nairobi (GTAI) - Kenia setzt auf teure chinesische Infrastrukturprojekte, welche den Konjunkturmotor antreiben, langfristig aber abbezahlt werden wollen. Der Privatwirtschaft bleiben derweil wegen einer Zinsbremse Kredite versagt. Auf das Problem der rapide steigenden Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen hat der Staat derweil ebenso wenig eine Antwort wie seine traditionellen Entwicklungspartner. Für deutsche Firmen ist vor allem die Nachfrage aus der Mittel- und Oberschicht interessant.

Wirtschaftsentwicklung: Staat setzt auf Schulden, Privatwirtschaft schwächelt

Für 2018 erwartet die britische Economist Intelligence Unit (EIU) ein BIP-Wachstum von 5,3 Prozent, was sich in den Folgejahren noch verstärken wird. Treibende Kräfte sind das hohe Bevölkerungswachstum von etwa 2,6 Prozent und die meist teuer finanzierten staatlichen Infrastrukturvorhaben. Schon seit vier Jahren sei es der Staat, der den Konjunkturmotor antreibe, kritisiert die Weltbank, und nicht die Privatwirtschaft, deren Wachstumsbeitrag 2017 mit minus 0,7 Prozentpunkten sogar negativ gewesen sei. Enttäuscht hat zuletzt vor allem die Landwirtschaft, die vom Klimawandel (wie Trockenzeiten, Überschwemmungen) betroffen ist und auf keine Landreserven mehr zurückgreifen kann.

Auch die Industrie schwächelt, weil sie angesichts hoher Kosten (Bürokratie, Korruption) gegenüber Billigimporten kaum wettbewerbsfähig ist. Immerhin werden für 2018 wieder gute Ernten erwartet. Und sollte das Parlament im laufenden Jahr die Begrenzung der Kreditzinsen aufheben, könnte dies die Kreditvergabe wieder in Fahrt bringen und den aufgelaufenen Investitionsstau verringern. Eine Lösung zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit ist derweil nicht in Sicht: Gut eine Million Menschen verlassen jährlich Schulen und Universitäten - Chancen auf einen formalen Job hat nur jeder Zehnte. Um diese Zeitbombe zu entschärfen, bedarf es allerdings mehr als Sonntagsreden und traditioneller Entwicklungsansätze.

Im letzten "Fragile States Index" der privaten US-amerikanischen Denkfabrik Fund for Peace liegt Kenia auf Platz 17 (von 178 untersuchten Ländern) und gehört damit zu den Staaten, die Gefahr laufen, sich in einen gescheiterten Staat zu entwickeln (Platz 1: Südsudan; Platz 178: Finnland). Erfreulich ist die Verbesserung im "Ease of Doing Business Index" der Weltbank (Platz 80 von 190 untersuchten Ländern). Beschämend ist hingegen die Platzierung im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International (Rang 143 von 180 Ländern).

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Edith Mosebach