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Wirtschaftsausblick Winter 2016/17 - Mauritius

Nairobi (GTAI) - Mauritius ist im afrikanischen Kontext eine Insel der Friedfertigkeit, des Wohlstandes, der Demokratie und der ökonomischen Freiheit. Dank stetiger Anstrengungen zur Diversifizierung der Wirtschaft sollte das auch so bleiben. Dabei empfiehlt sich Mauritius vor allem als Business Center zwischen Afrika und Asien, verknüpft durch schnelles Internet. Für deutsche Firmen ist Mauritius zwar kein gewichtiger Markt, bietet aber eine überschaubare Zahl finanzkräftiger, potenzieller Kunden.

Wirtschaftsentwicklung: Gute Rahmenbedingungen und fortgesetzte Diversifizierung

Das mauritische Wirtschaftswachstum wird sich 2017 und in den Folgejahren in einer Bandbreite von 3,1 bis 3,7% bewegen. Der kleine und sehr handelsaktive Inselstaat ist in hohem Maße von der Weltwirtschaft und insbesondere von Europa und der VR China abhängig. Der Brexit wird mit Sorge betrachtet, weil er die Finanzmärkte verunsichern und die mauritischen Terms of Trade negativ beeinflussen könnte. Die Entwicklung der chinesischen und US-amerikanischen Volkswirtschaften wird ebenfalls negativ eingeschätzt.

Die Regierung setzt derweil auf ambitionierte Infrastrukturprojekte, insbesondere im Hafenbereich (Stichwort: "Ocean Economy"), welche die Wirtschaft ankurbeln und sich schon in wenigen Jahren volkswirtschaftlich rechnen sollen. Im Gefolge dieser Maßnahmen werden dann auch zunehmende private Investitionen erwartet. Die mauritische Textilindustrie, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, profitiert bislang vom African Growth and Opportunity Act (AGOA) der USA, blickt aber mit Sorge auf den neuen US-Präsidenten, der den zollfreien Zugang zum US-Markt im Rahmen des Abkommens kippen könnte. Die Bauindustrie dürfte nach einer fünfjährigen Schwächephase von staatlichen Ausgaben in den Bereichen Straßen, Hafen, Wasser und Strom profitieren. Der Tourismussektor ist auf Erfolgskurs, auch wenn ein schwächeres Britisches Pfund Urlauber aus dem Brexit-Land - bislang eine gewichtige Gruppe - fernhalten könnte. Mauritius ist touristisch eine Topadresse und kann mit Know-how und Qualität punkten wie kein anderes Land in Afrika. Unverändert auf Erfolgskurs sind die Bereiche Finanzdienstleistungen, Informations- und Telekommunikationstechnologien sowie die Sparte "Business Outsourcing". Hier kann das Land von seiner Zeitzone zwischen Afrika und Asien und profitieren und sich als weltoffener, militärloser Multikulti-Staat empfehlen.

Die kleine Insel im Indischen Ozean bleibt ein Vorzeigestaat: Wie kein anderes Land in Afrika konnte eine kleine Agrarökonomie, die nicht mehr als Rohrzucker aufzuweisen hatte, in einen modernen Staat mit diversifizierter Wirtschaft umgewandelt werden. Der Schlüssel zum Erfolg waren und sind politisch geschaffene Rahmenbedingungen, die Unternehmern und Investoren den nötigen Freiraum geben. Egal bei welchen Indizes, Mauritius steht im internationalen, zumindest aber im afrikanischen Vergleich hervorragend da: Das Land ist die einzige afrikanische Volldemokratie, belegt Spitzenplätze im Economic Freedom Index, im Ease of Doing Business Ranking und beim Korruptionswahrnehmungsindex.

Investitionen: Ambitionierter Infrastrukturausbau, aber neue Schuldenobergrenze

Die Zuwächse bei den mauritischen Investitionen dürften 2016 bei 1,5% gelegen haben, schätzt die EIU, nachdem die Investitionen in den vier Jahren zuvor rückläufig waren. Für die nächsten Jahre werden Steigerungsraten von 1,8 bis 3,2% erwartet. Hintergrund ist eine Reihe von ambitionierten Investitionsplänen der Regierung, welche das Wirtschaftswachstum anheizen sollen. So sollen die Hafeninfrastrukturen kräftig ausgebaut werden, um Mauritius zu einem attraktiven Trans-Shipment-Zentrum zu machen. Die Regierung propagiert zudem eine "Ocean Economy", die den Fischereisektor stimulieren und private Investoren für eine Fischverarbeitung anlocken soll.

Eine Reihe weiterer öffentlicher Bauvorhaben wie der Straßenausbau, eine neue Stadtbahn sowie Strom- und Wasserprojekte sollen unterdessen die fünfjährige Rezession im Bausektor beenden. Ehrgeizig sind auch Pläne für eine digitale Infrastruktur, die zusammen mit privaten Interessenten entwickelt werden soll. Alle diese Pläne sind eher mittel- und langfristig und sollen insbesondere einen Anstoß geben. Hürden sind derweil die schwerfällige Staatsbürokratie und die selbst gesetzte Obergrenze für eine staatliche Verschuldung, die ab 2018 gilt und bei 50% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt - zum Ende des letzten Finanzjahres (30.6.16) waren es 66,6%.

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Repräsentant: Dr. Friedrich Kaufmann

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